Bankgeheimnis


Menschen, die ihre legitimen oder "schwarzen" Gelder in einem der britischen Steuerparadiese angelegt haben, müssen nun damit rechnen, dass ihre Kontendaten preisgegeben werden. Am Kampf gegen Steuerhinterziehung wollen sich nämlich nun auch die britischen Steueroasen wie die Bermudas und die Cayman Islands aktiv beteiligen. Daher werden bald verdächtige Bankkonten an die EU gemeldet werden.

Die Bankgeheimnisse sind weltweit ins Wanken geraten, nachdem unzählige Dokumente über dubiose Geschäfte und mutmaßliche Steuerbetrüger sowie die involvierten Finanzdienstleister in den Medien aufgetaucht sind. Damit wächst auch der Druck auf die so genannten Steueroasen. Entsprechend wurden jetzt auch die britischen Überseegebiete vom Finanzminister angehalten, sich an den Maßnahmen zur Vermeidung der Steuerflucht zu beteiligen und mit den EU-Ländern enger zusammenzuarbeiten.

Entsprechend müssen künftig alle Einzelheiten über Bankkonteninhaber und den Umgang mit den Konten automatisch für das britische Finanzministerium bereitgestellt werden. Die jeweiligen Informationen will das Empire dann auch an Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien, mit denen in Sachen Steuerhinterziehung enger zusammengearbeitet werden soll, weitergegeben werden. Neben den Cayman Islands und den Bermudas haben sich die Isle of Man und die britischen Jungferninseln zur Zusammenarbeit bereit erklärt und werden automatisch alle wichtigen Details über dubiose Bankkonten und deren Inhaber veröffentlichen. Nur die Kanalinseln Guernsey und Jersey, ebenfalls zwei wichtige Offshore-Standorte, sind zwar bereit Informationen mit Großbrittanien zu teilen, weigern sich aber Daten an andere Länder weiterzugeben.

Steuerflucht und deren Verhinderung ist weltweit ein brisantes Thema, insbesondere innerhalb der Europäischen Gemeinschaft. Die einzige Nation, die sich bisher einer Offenlegung der Kontendaten von Ausländern an die EU noch verschließt, ist Österreich. Luxemburg hingegen hat sich letztendlich auch der Meinung der Partnerländer geöffnet und wird künftig Informationen für die EU freigeben. Doch noch ist ein Ableben der letzten Steueroasen nicht endgültig beschlossene Sache.